Wenn Sehstörungen erste Anzeichen einer Demenz sein können. Die Posteriore Kortikale Atrophie (PCA) ist eine seltene neurodegenerative Erkrankung und wird häufig als „Seh-Variante der Alzheimer-Demenz“ bezeichnet. Zu Beginn stehen nicht Gedächtnisprobleme, sondern Störungen des Sehens und der visuellen Wahrnehmung im Vordergrund.

Betroffene berichten häufig über Schwierigkeiten beim Lesen (> 90 %), beim Erkennen von Gesichtern oder Gegenständen sowie bei der Orientierung im Raum. Zu den häufigsten visuellen Beeinträchtigungen zählen auch Gesichtsfeldausfälle, Störungen des Farbsehens und des räumlichen Sehens, Doppelbilder infolge einer beeinträchtigten Augenzusammenarbeit sowie Auffälligkeiten der Augenbewegungen. Diese Seh- und Wahrnehmungsstörungen können den Alltag erheblich beeinträchtigen: Das Erkennen von Personen und Objekten, die visuelle Suche (z. B. im Supermarktregal) oder die Orientierung in vertrauter Umgebung fallen zunehmend schwer. Auch Schreiben, Zeichnen und Rechnen können deutlich beeinträchtigt sein.
Besonders bedeutsam ist, dass eine PCA durchschnittlich erst vier Jahre nach Auftreten der ersten beschriebenen Symptome diagnostiziert wird. Betroffene erleben es als massive Belastung, wenn ihre Symptome zunächst nicht erkannt oder missverstanden werden. Umso wichtiger sind eine frühzeitige augenärztliche und orthoptische Abklärung. Dadurch kann die Diagnosestellung beschleunigt werden, der Leidensdruck der Betroffenen verringert und ihre Lebensqualität verbessert werden.
✅ Eine frühzeitige Augen-Abklärung kann zur rascheren Diagnosestellung beitragen.
✅ Gezielte orthoptische Maßnahmen helfen, die Auswirkungen der Sehstörungen im Alltag zu reduzieren.
✅ Orthoptist*innen sind auf die Diagnostik von Seh- und Augenbewegungsstörungen spezialisiert und können Sehfunktionen in allen Lebensphasen umfassend beurteilen.
Das Beispiel der PCA macht deutlich: Nicht jede Demenz beginnt mit Gedächtnisverlust. Manchmal sind es die Augen, die die ersten Hinweise geben.
Bewegung schützt das Gehirn
Bewegung schützt das Gehirn – nicht erst im Alter, sondern schon lange davor. Bewegungsmangel zählt zu den bekannten Risikofaktoren für kognitiven Abbau. Die gute Nachricht: Bewegung ist eine der wenigen Stellschrauben, die wir selbst in der Hand haben – ein Grund mehr, sie ernst zu nehmen. Regelmäßige körperliche Aktivität wirkt sich nachweislich positiv auf die kognitive Funktion aus und kann helfen den kognitiven Abbau zu verlangsamen. Dabei zählt auch jede Alltagsbewegung. Egal ob die Treppe statt dem Lift oder das Fahrrad statt dem Auto.
Frühzeitige Diagnostik
☢️ Bildgebungsverfahren wie die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und die Magnetresonanztomographie (MRT) können einen Beitrag zur frühzeitigen Diagnostik der Alzheimer-Erkrankung und zur Abgrenzung gegenüber anderen Demenzformen leisten. Während die PET Alzheimer-typische Eiweißablagerungen nachweisen kann, macht die MRT strukturelle Veränderungen des Gehirns sichtbar.